{"id":102,"date":"2010-10-05T11:26:35","date_gmt":"2010-10-05T09:26:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.strohbachorgel-elstra.de\/?p=102"},"modified":"2013-11-09T16:52:36","modified_gmt":"2013-11-09T15:52:36","slug":"abraham-strohbach-ein-muller-und-talentierter-orgelbauer-sachsens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.strohbachorgel-elstra.de\/?p=102","title":{"rendered":"Abraham Strohbach &#8211; ein M\u00fcller und talentierter Orgelbauer Sachsens"},"content":{"rendered":"<p>Durch die im 18. Jahrhundert vielerorts in der Lausitz sich ereigneten Brandsch\u00e4den machten sich anschlie\u00dfend oft zahlreiche Kirchenneubauten erforderlich. Dem Engagement der Kirchenpatrone aus den Reihen adliger Grundherrschaften verdanken wir die Errichtung zahlreicher, wundervoller barocker Dorfkirchen. Neben der Ausstattung dieser Gottesh\u00e4user mit einmaligen Zeugnissen der Sakralkunst fand gleichzeitig eine Bereicherung der einst nur \u00a0geistlichen Vokalmusik mit Hilfe instrumentaler Begleitung, insbesondere von Orgelinstrumenten statt.<\/p>\n<p>Unter den s\u00e4chsischen Orgelbauern ist der Name von Abraham Strohbach aus dem westlausitzer Elstra bisher wenig erforscht worden. Vermutlich entstammt er im 18. Jahrhundert der ber\u00fchmten Musikerdynastie Strohbach aus Lindenau in B\u00f6hmen, darunter Wenzel Strohbach (Organist), Christian Strohbach (Posaunist), Anton Strohbach (Bassist) und Johann Georg Strohbach (Kammers\u00e4nger in Prag). F\u00fcr Letzteren zeigte insbesondere der s\u00e4chsische Kurf\u00fcrst gro\u00dfes Interesse, um ihn f\u00fcr seine Dresdner Hofkapelle zu gewinnen.<\/p>\n<p>Wieviel Orgelinstrumente der mit besonderen handwerklichen und technischen F\u00e4higkeiten sowie musikalischen Begabungen gesegnete M\u00fcller Abraham Strohbach tats\u00e4chlich geschaffen hat, liegt im Dunkeln. Allein im s\u00e4chsischen Raum sind 3 von ihm gebaute Instrumente heute noch \u00f6rtlich bekannt. In der Filialkirche Arnsdorf wurde ein von 1722 aus Radeberg stammendes Instrument durch eine von ihm geschaffene neue Orgel im Jahre 1749 abgel\u00f6st. Auch die Marienkirche zu Putzkau erhielt 1751 ihre erste Orgel vom Vater des damaligen Kirchherrn, dem Freiherrn Peter von Riaucour, Geheimer Kammerrat von K\u00f6nig August des Starken, anl\u00e4sslich eines Familienbesuches gestiftet, welche Abraham Strohbach ebenfalls geschaffen hatte. Fast 200 Jahre erklang dieses historische Kunstwerk, bis es letztlich nach zahlreichen Reparaturen 1938 durch eine Schuster-Orgel aus Zittau ersetzt werden musste.<\/p>\n<p>Zu den herausragenden H\u00f6hepunkten im instrumentalen Schaffen von Abraham Strohbach z\u00e4hlt zweifelsohne die Orgel der St. Michaeliskirche zu Elstra, deren technischer Ausf\u00fchrung und k\u00fcnstlerischen Ausschm\u00fcckung er sich zwischen 1751-55 widmete.<\/p>\n<p>Zum historischen Bestand des Instruments geh\u00f6ren das Geh\u00e4use, Windladen, Spiel- und Registriermechanik, Manualklaviaturen, Registerkn\u00f6pfe und etwa 6 Stimmen. Die Originaldisposition war vermutlich: Hauptwerk C. D \u2013 c\u00b3. Einmalig\u00a0 dekorativ wirkt der Prospekt mit seinen 3 Rundt\u00fcrmen in deren Zwischenfeldern die einzelnen Pfeifen ruhen. Beeindruckend l\u00e4sst sich der gro\u00dfe Blindfl\u00fcgelschmuck mit Rokoko-Ornamenten und den Engelputten auf den Seitent\u00fcrmen betrachten. Das Geb\u00e4lk wird oberhalb der Pfeiler mit 4 Deckelvasen und vergoldeten Tuchgeh\u00e4ngen geziert. Abschlie\u00dfend gr\u00fc\u00dft den Betrachter vom Mittelturm ein goldener zw\u00f6lfstrahliger Zimbelstern. F\u00fcr den Kirchenmusiker als auch f\u00fcr den denkmalhistorisch interessierten Laien und Kunstliebhaber ist es ein herausragender Genuss und Erlebnis dieses einmalige selten gewordene historische Instrument optisch und stimmlich im Kirchenraum zu erleben.<\/p>\n<p>Klaus Th. Henke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die im 18. Jahrhundert vielerorts in der Lausitz sich ereigneten Brandsch\u00e4den machten sich anschlie\u00dfend oft zahlreiche Kirchenneubauten erforderlich. Dem Engagement der Kirchenpatrone aus den Reihen adliger Grundherrschaften verdanken wir die Errichtung zahlreicher, wundervoller barocker Dorfkirchen. 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